• Karola Kroener

Warum vegan?

Aktualisiert: 6. März 2019

Gestern sah ich eine Schafherde von etwa 500 Schafen, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg in einem großen Kreis weiterbewegte, ohne dass einzelne Schafe sich alternative Wege suchten.


Mir kam in dieser Situation in den Sinn, dass wir Menschen uns doch auch häufig in einem „Kreis“ bewegen, indem wir Altvertrautes beibehalten, ohne weiter darüber nachzudenken. Wir verfolgen unsere Gewohnheiten, dabei haben wir doch die Möglichkeit, uns Gedanken über unser Handeln zu machen.

Wir haben die Fähigkeit, unser Verhalten zu ändern und uns an neue Situationen anzupassen. Unser Bewusstsein und Verstand lassen es zu, dass wir kritische Fragen stellen und für uns geeignete Lösungen finden können.

Wir können entscheiden, ob wir Änderungen durchführen wollen oder nicht.

Welche Gründe sprechen für eine vegane Lebensweise?

Klimaerwärmung Wenn man an Klimaerwärmung denkt, fallen einem sofort Abgase von Schornsteinen aus Häusern, Fabriken und von LKW ein. Was aber erstaunt, ist, dass die Fleischindustrie mehr Treibhausgase verursacht als aller weltweiter Verkehr zusammengenommen. An den durch die Tierhaltung verursachten Emissionen haben die Rinder mit etwa 65% den größten Anteil. Die Produktion von Schweinen, Hühnern und Eiern ergänzt auf etwa 100%. Während es bei den Rindern im wesentlichen um Methan geht, was beim Wiederkäuen und Pupsen entsteht, ist es im anderen Fall die Futterversorgung und die Lagerung von Gülle.

Zerstörung der Regenwälder Für die industrielle Tierhaltung werden weltweit 83% der landwirtschaftlichen Flächen genutzt. Nur 18% unserer Nahrung wird dadurch erzeugt. Da man unglaublich viel Land für die Tierhaltung und für die Tierfutterproduktion braucht, werden riesige Flächen der Regenwälder mit den uralten Baumbeständen abgeholzt. Nach dem Abholzen wird der Boden nicht mehr von den Wurzeln festgehalten und kann während der Regenzeit einfacher weggespült werden. So werden große Gebiete völlig unfruchtbar. Damit haben wir gleichzeitig die Bäume vernichtet, die große Mengen an Kohlendioxid aus der Atmosphäre filtern können.

Das Tierleid Hallen ohne viel Tageslicht, Drahtkäfige, krank machende Lebensumstände: So müssen Abermillionen Tiere in der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion meist auf engstem Raum eingepfercht leben.

Alleine in Deutschland werden jedes Jahr knapp 800 Millionen Landlebewesen für die Ernährungsindustrie getötet.

Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Tiere in der konventionellen oder der ökologischen Haltung leben müssen. Ihre Bedürfnisse können sie in der landwirtschaftlichen Tierhaltung kaum ausleben und getötet werden sie alle früher oder später. Mit der sogenannten Intensivtierhaltung strebt die moderne Landwirtschaft danach, eine maximale Menge an Fleisch, Milch und Eiern so schnell und preisgünstig wie möglich zu produzieren – und das bei minimaler Platzanforderung.

Kühe, Kälber, Schweine, Hühner, Truthähne, Enten, Gänse, Kaninchen und andere Tiere werden in kleinen Käfigen oder kargen Hallen gehalten – oft so beengt, dass sie sich kaum bewegen und nicht einmal umdrehen können.

Da die drangvolle Enge der Tierhaltung einen fruchtbaren Nährboden für Erkrankungen bildet, werden Tiere in der Landwirtschaft oftmals mit enormen Mengen an Antibiotika oder anderen Medikamenten behandelt. Rückstände dieser Medikamente können vor allem in Form antibiotikaresistenter Keime beispielsweise im Fleisch zurückbleiben und dazu führen, dass Antibiotika beim Menschen wirkungslos werden. Rinder als Fleischlieferanten und Milchmaschinen Rinder werden nicht nur mit Heu und Gras, sondern auch mit einer für sie unnatürlichen Diät aus Soja, Getreide und anderem sogenanntem Kraftfutter gefüttert. Dies dient dazu, dass sie zum einen viel Milch geben und zum anderen schnell viel Fleisch ansetzen. Auf Transportern leiden die Tiere unter Angst, Verletzungen, extremen Temperaturen, unzureichender Futter- und Wasserzufuhr und mangelnder tierärztlicher Versorgung.

Über die Milchindustrie habe ich schon an anderer Stelle geschrieben.

Schweine als Fleischlieferanten Obwohl Schweine von Natur aus äußerst friedfertige und soziale Tiere sind, werden sie durch die Qualhaltung in drangvoller Enge und Isolation zu Schwänze beißenden Kannibalen, die ein völlig neurotisches Verhalten entwickeln.

Schweine sind extrem intelligent und verfügen ähnlich wie Delfine über ein Ich-Bewusstsein. Zudem sind Schweine reinliche Tiere mit einem exzellenten Geruchssinn. Das Leben inmitten und über ihrem Kot und Urin ist deshalb nicht nur eine psychische Belastung.

Insbesondere konventionell gehaltene Schweine in der sogenannten Massentierhaltung leiden ihr Leben lang unter beengten Verhältnissen. Da Säue maximal viele Nachkommen für die Mast produzieren sollen, werden auch sie regelmäßig künstlich befruchtet.

Während der Besamung und der Säugezeit werden die Muttertiere über Wochen in extrem enge Metallkäfige gesperrt, in denen sie außerstande sind, sich umzudrehen.

Dies ist auch in der Biohaltung erlaubt.

Auf der Seite https://www.peta.de/grausamkeitantieren findet man weitere Informationen.


Gesundheit

Die „China Study“ habe ich bereits in meinem ersten Blog erwähnt. Sie gilt als die umfassendste jemals durchgeführte Studie im Bereich Gesundheit und Ernährung. Sie zeigt die Ergebnisse einer 20-jährigen gemeinsamen Forschung der Cornell University, der Oxford University und der Chinese Academy of Preventative Medicine.

Sie kann zeigen, dass die hohe biologische Wertigkeit von tierischem Protein höhere Krebswachstumsraten, abnormere Wachstumsfaktoren und mehr Brustkrebserkrankungen verursacht. In der Studie wird deutlich, dass Kasein, ein Protein, das in der Milch vorkommt, der signifikanteste krebserregende Stoff ist, den wir zu uns nehmen können.


Die Deutsche Krebsforschungsgesellschaft Heidelberg schreibt auf ihrer Homepage: Aufgrund unserer eigenen Forschungsdaten und Empfehlungen führender Institutionen für Krebs, Lebensstil und Ernährung empfehlen wir Ihnen zur Prävention und zur Vermeidung der Progression von Krebserkrankungen:

Essen Sie täglich:

Obst, das nicht süß ist, Salat, Rohkost, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Soja), Kreuzblütlergemüse (Brokkoli, Blumenkohl, sonstigen Kohl, Rucola-Salat, Kresse, Radieschen, Rettich, Meerrettich, Kohlrübe, Rübstiel, Raps, z.B. als Rapsöl, Senf....), Zwiebeln, Lauch, Vollkornprodukte, Pfeffer, Paprika, Tomate, Kurkuma. Das Gemüse sollte frisch zubereitet werden - am besten gedämpft oder kurz knackig angebraten, damit die Pflanzenstoffe aktiv bleiben.

Essen Sie selten oder überhaupt nicht:

Fleisch, Wurst, Käse, Milchprodukte, süßes Obst, Nudeln, Kartoffeln, weißen Reis, Weißbrot, Kuchen und Süßigkeiten. https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=138805&L=0&fbclid=IwAR3Ja2fV3ocJm6AbQ2uzrYSLRpxd8dHN8Kbj80NqBxZD4j3uCX4fHiZ0olo


Es ist sicherlich für viele Menschen ein großer Schritt, sich immer vegan zu ernähren. Aber es ist möglich, sich kleinere Ziele zu setzen. Vielleicht fängt man einfach einmal an und ergänzt das übliche Essen mit einem größeren Gemüseanteil oder einem größeren Salat. Es gibt inzwischen auch viele verschiedene Fleischalternativen, mit denen man die übliche Fleischportion ersetzen kann. Viele vegane Rezepte sind im Internet zu entdecken.

Der erste kleine Schritt in diese Richtung ist der entscheidende. Wenn man sich erst einmal mit den vielen leckeren Alternativen beschäftigt hat, erkennt man, was für kulinarische Genüsse es für Veganer gibt.



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