• Karola Kroener

Wie "leicht " ist der Wechsel zur rohveganen Ernährung?

Aktualisiert: 15. Nov 2019

Mitgefühl, Wissen, Erkenntnis, bewusstes Handeln. Dies sind die entscheidenden Begriffe, die wir uns vor Augen halten sollten, um unser Essverhalten zu ändern.

Der Gelehrte Alexander von Humboldt (1769–1859) hat sich folgendermaßen geäußert:

«Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes. Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren. Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfen begehen oder doch gleichgültig zulassen. Können wir uns wundern, daß diese sogenannten Kulturvölker immer mehr einem furchtbaren Weg des Abstieges entgegengehen?» «Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner. […] Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, das heißt als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag – mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut – hundert Menschen zu erhalten und zu ernähren.»

Weitere Zitate: http://vegetarisch-leben.de/vegetarismus-zitate.html


Warum ist es so schwer, seine Essgewohnheiten zu ändern?

Ich kann immer wieder beobachten, dass der gute Wille da ist, seine Ernährungsgewohnheiten zu ändern, doch kommen die alten Gewohnheiten langsam schleichend oft wieder in den Lebensalltag.


In welchen Situationen wird man besonders herausgefordert


Restaurantbesuch


Allein in ein Restaurant zu gehen

Einfach in ein beliebiges Restaurant zu gehen und ohne lange zu überlegen, ganz aus der momentanen Laune heraus, ein Gericht zu bestellen wird in der Regel nicht mehr unbeschwert möglich sein. Wenn man sich einmal mit dem Thema Ernährung ausführlich beschäftigt hat, wird man kritischer. Vegan zu essen, ist inzwischen in vielen Restaurants glücklicherweise möglich. Wenn man aber rohvegan essen möchte, wird man oft feststellen, dass man den Salat mit der Salatsoße, die häufig als Fertigsoße mit den entsprechenden Zusatzstoffen angeboten wird, nicht gerne essen möchte. Aber auch hier beginnt ein Umdenken in den Restaurantküchen.


Essen mit Freunden oder Arbeitskollegen

Man trifft sich mit Freunden oder auch Arbeitskollegen zum Essen, deren Essgewohnheiten traditionell sind. Jetzt steht man vor dem Problem, soll man ein Restaurant vorschlagen, das der eigenen Vorstellung entgegenkommt? Dann kommen aber die anderen eventuell nicht auf ihre Kosten. Meistens geht man dann in das Restaurant, das von der Mehrheit gewünscht wird, weil man den anderen nicht das Unbeschwerte beim Essengehen nehmen möchte. Man sieht sich die Speisekarte an und stellt in der Regel fest, dass man einen Salat mit der Bedienung individuell vereinbaren muss.

Wenn man rohvegan isst, reagiert der Körper in der Regel auf Konservierungsstoffe und andere Zusatzstoffe mit Unwohlsein. Deshalb überlegt man es sich genau, welche Zugeständnisse man bereit ist, einzugehen. Wenn die Bedienung nicht geschickt ist, wird man in dieser Situation als schwieriger Sonderfall behandelt. Das kann auch sehr peinlich sein.


Essen mit der Familie

Das Essen mit der Familie kann zu einem anstrengenden Unternehmen werden. Vielfach sind es auch die besonders nahestehenden Personen, die sich Sorgen machen, dass man mangelernährt wird. Da ich oft Gespräche im Rahmen von Tierrechtsaktionen führe, höre ich häufig von jungen Menschen. „Ich würde ja gerne vegan und auch roh essen, aber meine Eltern machen mir dabei Schwierigkeiten und es führt zu Streit." Natürlich wollen die Eltern das Beste für ihre Kinder, so dass sie sich so verhalten. Die Informationen bezüglich einer rohveganen Lebensweise, die sie von ihren Kindern bekommen, werden oft nicht akzeptiert. Erschwerend dabei ist, dass sich manche Ärzte bezogen auf das Thema Ernährung nicht ausführlich informiert haben. Sie kennen deshalb nicht die vielen Studien, die eine vegane Essweise empfehlen. Auch während der Ausbildung zum Arzt wird in der Regel der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit nicht sehr umfassend thematisiert.


Tierteile werden gegessen

Oft empfindet man im Restaurant den Geruch des Fleisches und das Wissen, dass hier Tierteile gegessen werden als sehr belastend. Man hat viele Filme gesehen und sich mit der Tierquälerei auseinandergesetzt. Dadurch wird man immer sensibler, wenn man auf dem Nachbarteller die Fleischteile sieht und dann weiß, dass es sich hier um ein fühlendes und liebenswertes Tier gehandelt hat, dass auch noch gerne gelebt hätte, aber im Kindesalter getötet wurde.

Diese Gedanken muss man vollständig ausblenden.


Abhängigkeit, Suchtgefahr

Ein anderer Punkt besteht darin, dass unser Körper eine Änderung der Nahrungsmittel nicht so einfach akzeptieren will. Er ist z. B. inzwischen süchtig nach Käse, dessen Kasein ein starkes Suchtpotential besitzt, das stärker als Kokain ist. Auch die Sucht nach Kohlehydraten muss bezwungen werden.


Berufsalltag

Oft ist es schwer, während des anstrengenden Berufsalltags, sich viele Gedanken um das Essen zu machen und man greift nach dem Altvertrauten.


Der Wandel kommt

Es ist erfreulich, dass sich in der Gesellschaft ein Wandel abzeichnet. Das Wort vegan hat sich jetzt schon als fester Begriff etabliert und Obst und Gemüse ohne Begleitgifte zu sich zu nehmen, wird inzwischen auch schon oft berücksichtigt. Es ändert sich einiges. Auch die großen Lebensmittelkonzerne fangen an, die neuen veganen Produkte zu vermarkten.

Wie sehr unsere Erde unter der Massentierhaltung zu leiden hat, spricht sich allmählich rum.

Blick ins Grün

Motivationsschub

Vogelmiere, perfekt für einen Salat

Als Motivationsschub empfehle ich,

  • alle Lieblingsgerichte in der veganen Variante, die es inzwischen gibt, zuzubereiten und sich so langsam aus der Abhängigkeit herauszuschleichen.

  • ähnlich denkende Menschen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.

  • sich über die sozialen Medien zu verbinden und sich Tipps zu holen.

  • motivierende Bücher und Newsletter zu lesen.

  • Filme über Rohkostgerichte anzusehen.

  • Rohkostrestaurants zu besuchen.


Immer mit der Ruhe

Der Schritt von einer konventionellen zu einer reinen Rohkosternährung ist sehr groß. Man sollte deshalb den Übergang langsam durchführen, damit sich der Körper daran gewöhnen kann und die Entgiftungserscheinungen nicht so stark wirken.

Man muss davon ausgehen, dass der Körper sofort anfängt, sein System zu optimieren, wenn er durch die natürliche Ernährung dazu die Möglichkeit erhält.












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