• Karola Kroener

Wildkräuter, ein großes Geschenk?


Warum wird im Frühjahr so viel von Wildkräutern erzählt? Was zeichnet sie aus?

Können wir nicht genau wie sonst auch das Obst und Gemüse im Laden kaufen oder im besten Fall selber anbauen? Für das letztere spricht, dass man das Gemüse bzw. das Obst sofort nach der Ernte essen kann, ohne dass durch lange Transportwege wichtige Inhaltsstoffe bereits verschwunden sind.

Das bedeutet, der Verfallsprozess kann nicht über längere Zeit wirken.

Das ist ein wesentlicher Punkt, denn unmittelbar nach der Ernte, beginnt die Zersetzung beziehungsweise die Kompostierung.

Wir können mit dem bloßen Auge oft nicht die Verluste an Vitaminen und anderen Nährstoffen erkennen, da rein äußerlich die Spuren nicht so schnell erkennbar sind. Hier hat die Züchtung einen entscheidenden Beitrag geliefert. Gezüchtet werden Gemüse- und Obstsorten, die äußerlich über einen möglichst langen Zeitraum perfekt aussehen. Es ist in der Regel kein Züchtungsziel, die ursprüngliche Nährstoffmenge zu erhalten.

Viele Produkte müssen zusätzlich lange Transportwege überstehen und dann immer noch erntefrisch aussehen.

Wenn wir sie kaufen sind sie zwar „nachgereift“, in Wirklichkeit aber sind viele der entscheidenden Inhaltsstoffe nicht enthalten, da diese sich oft erst in den letzten Tagen bis zur tatsächlichen Reife in der Natur bilden. Zu bedenken ist hier auch, dass der Boden oft nicht mehr alle nötigen Mineralien und Nährstoffe enthält, sondern auf Grund vieler vorausgehender Ernten ausgelaucht ist. Bei klassischer Düngung werden die vielen eigentlich für uns Menschen so nötigen Nährstoffe nur teilweise ersetzt.

Deshalb sind die Böden oft nicht nährstoffreich genug, um für die Pflanzen eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Eine Nährstoffvielfalt ist hier nicht zu erwarten.


Da die Pflanzen auch aus diesem Grund oft nicht sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Fressfeinden sind, werden die entsprechenden Spritzmittel verwendet, die wir dann gemeinsam mit den Pflanzen essen. Sie werden oft von unserem Körper nicht wieder ausgeschieden und werden so im Laufe der Zeit mit den entsprechenden Folgen angesammelt.


Wenn man selbst einen Garten anlegt, kann man einige dieser Dinge verbessern. Aber leider fehlt dazu oft die nötige Zeit und Gelegenheit.


Was ist also zu tun?

Jetzt kann man natürlich sagen: Ich ergänze meinen Speisezettel mit Nahrungsergänzungsmitteln.

Hier ist sehr genau zu unterscheiden.

  • Kann unser Körper diese Nahrungsergänzungsmittel überhaupt verstoffwechseln?

  • Welche Dosis sollte man nehmen?

  • Welche Zusatzstoffe befinden sich in dem Produkt?

  • Braucht mein Körper dieses Mittel wirklich oder ist es ganz ungeeignet?

Es gibt noch viele weitere zu beachtende Aspekte!


Wenn man auf der „sicheren Seite“ sein will, wendet man sich am besten an die Natur. Ein guter Weg könnte so aussehen:

Man isst die verschiedensten nährstoffreichsten Pflanzen.

Es stellt sich von selbst ein Gefühl dafür ein, welche der Pflanzen der Körper gerade jetzt benötigt, um ihn optimal zu versorgen. Das kann sich je nach körperlicher Situation ändern.


Leider gelingt diese Vorgehensweise aber nur, wenn man seinen Körper von seinen Abhängigkeiten möglichst effizient befreit hat, denn sonst sind wir nicht frei in unserer Entscheidung.

Damit meine ich z.B.:

  • man hat keine Milchprodukte mehr gegessen, da das Kasein, das in der Kuhmilch vorkommt uns extrem abhängig macht.

  • man reduziert die Menge an Zucker und an anderen Kohlehydraten, die auch stark suchtauslösend wirken.

Es bedarf also einer gewissen „Entziehungskur“ bevor der Körper wieder natürlich reagiert.

Hier ist jetzt der Verstand und auch etwas Durchhaltevermögen gefragt.

Jedem kann ich diesen Weg empfehlen, wobei ihn jeder in seiner eigenen "Geschwindigkeit und Konsequenz" gehen sollte.

Welche Pflanzen sind besonders nährstoffreich?

  • Es sind diejenigen Pflanzen, die noch nicht unter optischer oder entsprechender Hinsicht durch Züchtung verändert sind.

  • Sie müssen einen starken Lebenswillen besitzen, um zu überleben, denn sie werden nicht gewässert, von Unkraut befreit, gedüngt, usw..

Das sind also in erster Linie die Wildpflanzen, oft als Unkraut wahrgenommen, jedoch voller Nährstoffe und Lebensenergie.

Wo kann man sie bekommen? Optimal wäre es, wenn man in seiner Wohnumgebung einen möglichst unbelasteten Grünbereich hat, wo diese Pflanzen unbehandelt wachsen können. Besonders günstig wäre es, wenn auch in der Nachbarschaft keine großen mit Spritzmitteln behandelten Äcker wären, so dass die Pflanzen weder durch den Wind noch über das Grundwasser belastet wären.

Diese Wildpflanzen haben viele Vorteile:


  • sie besitzen eine Fülle an Nährstoffen, da sie keiner Züchtung unterliegen

  • sie sind in ihrer Wirkungsweise sehr unterschiedlich und stellen nicht nur eine große Bereicherung in unserem Speiseplan dar, sondern sie sind für uns auch eine große "Naturapotheke".

  • sie werden nicht gewässert und „verwöhnt“ wie Gartenpflanzen und besitzen dadurch eine größere „Überlebenskraft“, die sie an uns weitergeben können.

  • viele der Wildkräuter besitzen Bitterstoffe, die leider aus unserem üblichen Gemüse weitgehend herausgezüchtet worden sind. (Die Käufer greifen in der Regel nach süßeren Varianten.) Dabei sind besonders die Bitterstoffe zur Entgiftung des Körpers sehr wichtig, da sie die Leber in ihrer Arbeit unterstützen.

  • sie sind in der Lage, die Sucht nach Süßigkeiten zu lindern.

  • sie sind kostenlos zu ernten.

  • sie bescheren uns einen schönen erholsamen Spaziergang an der Luft und bringen uns der Natur näher.


Das klingt so einfach, aber viele Menschen, die in der Stadt wohnen, haben nicht so leicht Zugang zu Wildkräutern.

Es gibt dann verschiedene Möglichkeiten, diesen Vorteil aus der Natur für sich auszunutzen:


Man unternimmt einen Ausflug und sammelt große Mengen von Wildkräutern. Um sie haltbar zu machen, eignet sich am besten folgende Vorgehensweise:

die Kräuter werden unter 42° getrocknet und dann im Mixer pulverisiert. Bei dieser Methode bleiben die Inhaltsstoffe maximal erhalten.


Wenn man dazu keine Zeit hat, kann man Wildkräuterpulver, das auf diese Art haltbar gemacht worden ist, kaufen. Naturgemäß ist das relativ teuer.


Man lässt sich Wildkräuter von einem Wildkräuterversand zuschicken, gewährleistet sollte dann aber sein, dass man die Pflanzen zeitnah nach der Ernte erhält.


Vielleicht hat man die Möglichkeit, auf einem Wochenmarkt, Wildkräuter zu bekommen.


Welche Wildkräuter gibt es? Wie kann man sie verwenden?

Als Beispiel, um Appetit zu machen, erwähne ich aus den unzähligen Arten von Wildkräutern nur einige.

Als Smoothie: Löwenzahn, Nachtkerze, Giersch, Vogelmiere, Wilde Möhre, Wiesenkerbel, Weiße Lichtnelke, Taubnessel, Gänseblümchen, Franzosenkraut, Brennnessel, Melde

Als Salat: Sauerampfer, Löwenzahn, Nachtkerze, Giersch, Vogelmiere, Wilde Möhre, Wiesenkerbel, Wiesen-Bocksbart, Weiße Lichtnelke, Kleiner Wiesenknopf, Barbarakresse, Taubnessel, Gänseblümchen, Franzosenkraut, Melde

Als Dip: Sauerampfer, Löwenzahn, Nachtkerze, Schafgarbe, Giersch, Vogelmiere, Wilde Möhre, Knoblauchrauke, Wiesenkerbel, Wiesen-Bocksbart, Weiße Lichtnelke, Kleiner Wiesenknopf, Gundermann, Beifuß, Wilder Schnittlauch, Barbarakresse, Taubnessel, Berg-Haarsstrang, Gem.Thymian, Gänseblümchen, Franzosenkraut, Senfkresse, Melde

Für ungeübte Wildkräutersammler klingt das zu aufwendig, deshalb lasst euch nicht abschrecken.

Man kann erst einmal damit anfangen, Brennnesseln, die jeder kennt, zu sammeln und mixt sie zusammen mit etwas Obst, so dass es gut schmeckt.

Dann ergänzt man z.B. mit Löwenzahn (man kann vom Löwenzahn alle Bestandteile essen), Gänseblümchen, Klee oder auch Taubnessel.

So "arbeitet" man sich langsam in das Gebiet ein.

Wenn Gelegenheit dazu besteht, ist die Teilnahme an einer Kräuterwanderung sehr zu empfehlen.

Es wird immer spannender, neue Pflanzen zu entdecken.

Ganz einfach ist es, Gras abzuschneiden und zu entsaften. Hierzu können fast alle Grassorten verwendet werden. (Es gibt Graspulver z.B.Weizengras- Gerstengras- oder auch Dinkelgraspulver zu kaufen, wobei man auf Rohkostqualität achten sollte.)

Für Anfänger ist es günstig, mit einem Smoothie anzufangen, weil man sich durch den Obstanteil geschmacklich langsam auch an bittere Geschmacksnoten gewöhnen kann.

Wenn man begonnen hat, Wildkräuter in seinen Speiseplan einzubauen, wird man bei sich die größere Energie bemerken und froh sein, diesen Schritt gewagt zu haben.

Hinweise:

Gerade im Frühjahr entwickeln viele Wildkräuter eine besondere Kraft und es wäre schade, diese nicht auszunutzen.

Wenn man die Pflanzen reinigt, sollte man darauf achten, sie nicht lange im Wasser liegen zu lassen, damit Inhaltsstoffe nicht ausgeschwemmt werden. Auch sollte man sie nicht besonders intensiv abwaschen, da auch die Bakterien, die auf den Blättern sind, auf unser Darmsystem abgestimmt sind.


Günstig ist es, nicht zu viel Essig in den Salat zu bringen, um diese Bakterien am Leben zu erhalten. Man sollte dabei an die pflanzenfressenden Tiere denken, die den Vorteil dieser Zugabe zur Verdauung nutzen.


Es empfiehlt sich, ein Buch über das Sammeln von Wildkräutern mit den entsprechenden Hinweisen über Aussehen und Wirkungen anzuschaffen.

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