• Karola Kroener

Tiefes Schlafen


Eigentlich ist das Schlafengehen ein ganz einfacher Vorgang. Man fühlt, dass man müde ist, legt sich hin, macht die Augen zu, schläft ein und wenn man wieder wach wird, ist man ausgeruht und voll Neugier auf den neuen Tag, was er wohl bringen mag. Das wäre der optimale Fall, den man im Tierreich gut beobachten kann.

Leider ist es in der Realität heutzutage nicht so einfach. Viele Menschen können abends nur schlecht einschlafen, wachen nachts auf, wälzen sich im Bett herum, stehen auf, gehen in die Küche, usw.... Morgens wachen sie gerädert auf und der ganze nächste Tag ist belastet. Wenn dieser Zustand anhält, ist es klar, dass man eine Lawine ins Rollen bringt, die uns die verschiedensten Krankheiten bringen wird.

Welche Aufgaben soll ein ruhiger erholsamer Schlaf erfüllen? Während eines gesunden Schlafs versinkt der Körper nicht in einen völligen Ruhezustand. Nein, er ist nur in einem anderen Modus. Das Gehirn ist sehr aktiv. Die vielen Prozesse, die in den unterschiedlichen Schlafphasen ablaufen, sind teilweise bekannt. So gibt es die Einschlafphase, die Leichtschlafphase, den Tiefschlaf und den REM-Schlaf.

Jede dieser Phasen erfüllt für die Erholung ein entscheidende Rolle und sollte nicht unterbrochen werden. In der Einschlafphase verlangsamt sich der Pulsschlag, die Atmung wird tiefer, die Zahl der Atemzüge verringert sich. In der Leichtschlafphase ist die Hirnaktivität vor allem auf niedrige Frequenzen beschränkt, das Bewusstsein ist abgeschaltet, man schläft mit entspannten Muskeln und nahezu ohne Augenbewegungen. Die REM-Phase ist gekennzeichnet durch schnelle Augenbewegungen. Die Gehirnaktivität beschleunigt sich erheblich. Während dieser Zeit, träumen wir.

Man erkennt, dass die Natur uns einen sehr komplexen Weg vorgegeben hat, wie unsere Regeneration ablaufen sollte. Viele Vorgänge laufen während des Schlafen ab. Sie betreffen den gesamten Organismus und entscheiden wesentlich über unsere Lebensqualität. Deshalb ist es wichtig, Voraussetzungen zu schaffen, dass der Schlaf ungestört ablaufen kann. Hinweisen möchte ich hier in diesem Zusammenhang besonders auch auf die Leber und Nieren, denn sie leisten während wir schlafen Schwerstarbeit bei der Entgiftung des Körpers.


Nicht alle diese sehr wichtigen Prozesse sind schon klar durchschaut. Man kann aber davon ausgehen, dass wenn diese für uns vorgesehenen Vorgänge nicht so ablaufen, wie sie von Natur aus geschehen sollten, sie auf Dauer nicht ohne Komplikationen für uns bleiben werden. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass unser Körper immer in der jeweiligen Situation mit großer Weisheit das Optimale für unsere Funktionsweise durchführen wird, ob wir das dann in dieser Form möchten oder nicht.

Wer steuert unseren Schlaf-Wachrhythmus? Im wesentlichen werden wir genau wie die anderen Lebewesen von der Sonne in unserem Rhythmus gesteuert. In früheren Zeiten ohne Strom, nur mit Öllampen, Kerzen,usw. (die meistens auch noch teuer waren und deshalb nur sparsam verwendet wurden), war es selbstverständlicher, bei einsetzender Dunkelheit den Tag ausklingen zu lassen und bald schlafen zu gehen. Aufgestanden wurde mit dem Aufgang der Sonne. Die verschiedenen Jahreszeiten gaben da noch entsprechende Änderungen im Ablauf vor. Verantwortlich für diese Reaktion des Körpers ist in wesentlichen Melatonin, ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Es wird in der Zirbeldrüse aus Serotonin hergestellt und bei Dunkelheit ausgeschüttet. Deshalb werden wir abends müde. Der Melatonin-Spiegel im Blut steigt langsam an und erreicht seinen Höhepunkt mitten in der Nacht (etwa zwischen zwei Uhr und drei Uhr). Dann sinkt der Melatonin-Spiegel wieder ab, denn durch das Licht wird die Produktion gehemmt.

Dieser ursprüngliche Rhythmus wird durch die vielen künstlichen Lichtquellen heutzutage fast völlig außer Kraft gesetzt. Man nimmt das Sonnenlicht nicht mehr als Regulativ und verändert dadurch die „innere Uhr“. Die wichtigen Aufgaben, die das Sonnenlicht auch im Laufe des Tages übernimmt, werde ich später noch ausführlicher beschreiben. Sicher hat aber jeder schon bemerkt, dass ein Tag draußen in der Natur eine sehr große Kraftquelle ist, an der das Sonnenlicht einen großen Anteil hat.

Was kann man ändern, damit man im Schlaf sich so erholt, dass man morgens voller Energie den Tag beginnen kann?

  • man kann versuchen, dass man eine Stunde, bevor man schlafen geht, schon mal die Lichtquellen etwas herunterfährt. Besonders der Blauanteil bei den Energiesparlampen hält uns wach. (Es gibt auch schon Brillengläser, die extra den Blauanteil herausfiltern, was bereits schon viele Menschen, die am Computer arbeiten ausnutzen.)

  • man setzt beim Schlafen eine Schlafbrille auf, die kein Licht hindurch lässt, da eine völlige Dunkelheit im Schlafzimmer in der Regel nicht zu erreichen ist.

  • man versucht, störende Geräusche abzustellen oder notfalls Ohrstöpsel zu benutzen.

  • man versucht, aufregende Gespräche, Filme, Bücher nicht direkt vor der Schlafenszeit an sich heranzulassen.

  • man kann ein wenig spazieren gehen.

  • man kann Meditationsmusik oder beruhigende Texte sich anhören oder lesen.

  • man sollte nicht spät essen, da der Körper mit der Verdauung schwere Arbeit leistet und nicht seine eigentlich vorgesehenen Aufgaben in der Nacht erfüllen kann. Das führt zu einem unruhigen Schlaf.

  • man kann (sollte) eine Sporteinheit in Laufe des Tages einbauen.

Einige Hinweise:

Zum Schlafplatz In unserer heutigen Zeit unterliegen wir dem Elektrosmog. Es ist deshalb empfehlenswert, während der Nacht, den Körper möglichst wenigen Quellen für Elektrosmog auszusetzen. An welchen Stellen können wir uns schützen? Das Handy gehört nicht neben das Bett genauso ein schnurloses Telefon, das immer mit seiner Basisstation in Kontakt steht. Der Fernseher (sofern er unbedingt im Schlafzimmer stehen muss), sollte nicht im Standbymodus sein. Auch ein Wecker, der am Netz hängt, sollte nicht auf dem Nachtisch stehen. Zum Bett: Am Bettgestell und in der Matratze sollte kein Metall sein. Dieses Metall, besonders die Metallfedern der Matratze wirken wie eine Antenne. Darauf sollte man besser nicht seinen Schlafplatz haben.

Wenn man feststellt, dass man in seinem Bett nicht ruhig liegen kann oder immer wieder zusammengerollt in einem Teil des Bettes unausgeschlafen aufwacht, wäre zu überlegen, ob das Bett am falschen Platz steht. Das kann verschiedene Ursachen haben. Natürliche, aber auch wenn man z.B. an der Wand zur Nachbarwohnung sein Bett aufgestellt hat und auf der anderen Seite der Wand der Nachbar seinen Fernseher laufen lässt.

Die Bettwäsche sollte aus Naturmaterialien bestehen und keine unangenehmen Ausdünstungen haben. Dasselbe gilt für das Schlafzimmer, kein ausdünstender Teppichboden, keine Farben an den Wänden, die giftig sind, usw.. Das Ergebnis sollte sein, dass man sich gern in sein Bett als Rückzugsort begibt, die Welt draußen für sich abschalten kann und einen ruhigen erholsamen Schlaf findet.

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